Wie Rüdiger nach zwei Flugannullierungen mit dem Bus zurückreisen musste

Aktualisiert am:
2.7.2026
Kategorie:
Fluggastrecht
Fundsachen am Flughafen und im Flugzeug

„Ich wurde knallhart allein gelassen“

Rüdiger reiste nach Zagreb, um die kroatische Hauptstadt zu entdecken und vor allem Freunde zu treffen. Der Hinflug von München nach Zagreb verlief problemlos. Doch was als entspannte Reise begann, endete für ihn mit stundenlangen Warteschleifen, gestrichenen Flügen, fehlenden Informationen und einer neunstündigen Rückfahrt mit dem FlixBus. 

Sein Rückflug von Zagreb nach München war ursprünglich für den 12. März 2026 geplant. Alles schien normal zu verlaufen: einen Tag vorher online einchecken, Sitzplatz aussuchen und Boardingkarte erhalten. Doch schon eine Stunde später kam die schlechte Nachricht: Sein Flug nach Hause wurde annulliert

Erste Annullierung: Warten auf Hilfe in der digitalen Warteschlange 

Für Rüdiger war das der erste Schock. Die Fluggesellschaft verwies ihn auf einen Chat, über den eine Lösung oder Alternative gefunden werden sollte. Also stellte er sich digital in die Warteschlange: auf Position 782.

Ich war tagsüber in Zagreb mit Bus und Bahn unterwegs. Das war natürlich gefährlich, weil jederzeit die Verbindung hätte unterbrochen werden können.

Rund zwei Stunden später war er endlich an der Reihe. Ihm wurde eine Ersatzverbindung angeboten: von Zagreb nach Wien und anschließend weiter nach München mit einer anderen Airline. Für einen Moment schien es, als sei eine Lösung gefunden. Doch die Erleichterung hielt nicht lange. 

Zweite Annullierung: Auch die Ersatzverbindung fiel aus 

Am Abend im Hotel wollte Rüdiger sich für den neuen Flug einchecken. Dann folgte der zweite Schock: Auch der erste Teil der Ersatzverbindung von Zagreb nach Wien wurde annulliert. Damit stand er wieder ohne Heimflug da. 

Ich saß abends im Hotel und wurde von den beiden Airlines komplett allein gelassen“, sagt Rüdiger. „Keine Lösung in Sicht. Niemand kümmerte sich darum, wie ich nach Hause komme.

Keine Informationen, kein Ansprechpartner, keine Lösung 

Was ihn bis heute besonders beschäftigt, ist nicht nur die Annullierung selbst. Entscheidend war für ihn, wie wenig Unterstützung er in diesem Moment bekam. Keine klare Information. Keine Entschuldigung. Kein Ansprechpartner vor Ort. Keine konkrete Hilfe, wie er nun zurück nach München kommen sollte. 

Auf Hinweis seiner Freunde organisierte Rüdiger seine Rückreise schließlich selbst. Statt wie geplant in rund einer Stunde zu fliegen, fuhr er mit dem FlixBus von Zagreb nach München. Statt einem entspannten Flug standen ihm nun etwa neun Stunden im Bus bevor. 

Nach der Rückreise begann der nächste Kraftakt 

Besonders bitter: In der App waren die annullierten Flüge plötzlich verschwunden. Sowohl der ursprüngliche Rückflug als auch die Ersatzverbindung wurden nicht mehr angezeigt. Auch der bereits durchgeführte Hinflug war aus der App entfernt. 

Hätte ich mir nicht rechtzeitig Screenshots gemacht, hätte ich ein Problem gehabt, die ganze Abfolge nachzuweisen.

Damit war die Belastung für ihn aber noch nicht vorbei. Denn nach der Rückreise begann der nächste Kraftakt: die Rückerstattung zusätzlicher Kosten und die Frage nach einer Entschädigung

Rüdiger erwartete, dass die Airline zumindest klar erklärt, wie er seine Mehrkosten einreichen kann. Doch auch hier fühlte er sich alleingelassen. Eine E-Mail-Adresse für Belege fand er nicht. Im Kontaktportal konnte er seine Buchung zunächst nicht zuordnen, obwohl er bereits eingecheckt gewesen war. Erst nach mehreren Telefonaten und Warteschleifen gelang es ihm, ein Formular ohne Buchungsnummer auszufüllen. Auf eine Antwort wartete er weiterhin. 

„Bei jedem neuen Flug fliegt die Angst mit“ 

Diese Erfahrung hat sein Vertrauen in die Airline spürbar verändert und ein ungutes Gefühl bleibt.

Bei jedem neuen Flug fliegt die Angst mit, dass man nicht nach Hause kommt. Was wäre denn gewesen, falls nicht Zagreb, sondern Bangkok?  Da geht’s nicht so einfach mit dem FlixBus nach Hause. 

Seine Geschichte zeigt, wie belastend eine Flugannullierung für Reisende werden kann, wenn Kommunikation und Unterstützung fehlen. Denn für Betroffene geht es in solchen Situationen nicht nur um einen gestrichenen Flug. Es geht um Unsicherheit, Zeitverlust, zusätzliche Kosten und um das Gefühl, plötzlich ganz allein eine Lösung finden zu müssen 

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