Das Wichtigste auf einen Blick
Geblitzt in der Probezeit: Auch Fahranfänger können geblitzt werden – entscheidend ist nicht der Blitzer selbst, sondern die Schwere des Verstoßes.
Kritische Grenze: Ab 21 km/h zu schnell gilt der Verstoß als schwerwiegend und führt in der Regel zu einer Verlängerung der Probezeit.
A- und B-Verstöße: Schwere Verstöße (A) haben sofort Folgen, während zwei leichtere (B) denselben Effekt auslösen können.
Verlängerung der Probezeit: Nach dem ersten A-Verstoß oder zwei B-Verstößen verlängert sich die Probezeit von zwei auf vier Jahre.
Aufbauseminar: Nach einem schweren Verstoß müssen Sie an einem Aufbauseminar teilnehmen, um Ihre Fahrerlaubnis zu behalten.
Wiederholte Verstöße: Ein zweiter schwerer Verstoß bringt eine Verwarnung, ein dritter den Entzug des Führerscheins.
Bußgeldbescheid prüfen: Ein Einspruch kann sich lohnen, wenn Messfehler oder falsche Zuordnungen vorliegen.
Punkte in Flensburg: Diese zählen auch in der Probezeit – bereits ein Punkt kann auf einen schwerwiegenden Verstoß hinweisen.
Rechtliche Unterstützung: Ein Anwalt für Verkehrsrecht kann Fristen sichern, Beweise prüfen und Wege aufzeigen, wie Sie Ihren Führerschein schützen.
Ein Blitzer in der Probezeit kann mehr als nur ein Knöllchen bedeuten. In dieser bewährungsähnlichen Phase steht Ihr Führerschein unter besonderer Beobachtung. Was entscheidend ist: nicht der Blitzer selbst, sondern die Schwere des Verstoßes und die daraus folgenden Konsequenzen für Ihre Fahrerlaubnis.
Was ein Blitzer in der Probezeit für Sie als Fahranfänger bedeutet
Geblitzt werden kann jeder – unabhängig vom Alter oder der Erfahrung hinter dem Steuer. Doch für Sie als Fahranfänger gelten in der Probezeit besondere Regeln, die schnell spürbare Konsequenzen haben können.
Die Probezeit dauert in der Regel zwei Jahre und soll zeigen, dass Sie sicher und verantwortungsbewusst fahren. Genau hier setzt der Unterschied zwischen Ihnen und erfahrenen Fahrern an.
Warum der Gesetzgeber zwischen Fahranfängern und erfahrenen Fahrern unterscheidet
Der Gedanke dahinter ist einfach: Unerfahrene Fahrer reagieren oft anders in Stresssituationen. Fehler passieren schneller, und riskantes Verhalten kann schwerwiegendere Folgen haben.
Damit solche Fehler nicht zur Gewohnheit werden, sieht das Gesetz bei Verstößen in der Probezeit zusätzliche Schritte vor. Ziel ist es, Ihr Verantwortungsbewusstsein zu stärken und Sie langfristig zu einem sicheren Verkehrsteilnehmer zu machen.
Was passiert, wenn Sie in der Probezeit geblitzt werden
Ob innerorts oder außerorts – Wird Ihre Geschwindigkeitsüberschreitung offiziell festgestellt, entscheidet das Ausmaß über die Konsequenzen.
Bis 20 km/h zu schnell: Sie müssen in der Regel mit einem Verwarn- oder Bußgeld rechnen. Auf die Probezeit selbst hat das noch keine direkten Folgen.
Ab 21 km/h zu schnell: Jetzt gilt der Verstoß als sogenannter A-Verstoß. Das bedeutet, die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre. Außerdem müssen Sie an einem Aufbauseminar teilnehmen, das Sie selbst bezahlen.
Diese Unterscheidung sorgt dafür, dass die Reaktion des Systems verhältnismäßig bleibt. Leichte Verstöße führen nicht sofort zu harten Konsequenzen, wiederholte oder schwerwiegende aber schon.
Der nächste Schritt nach einem Blitzer
Wenn Sie einen Bescheid erhalten, sollten Sie ihn genau prüfen. Fehler bei der Messung oder der Zuordnung sind keine Seltenheit. Es kann sich also lohnen, den Vorgang juristisch überprüfen zu lassen. Eine rechtliche Einschätzung hilft Ihnen, Chancen und Risiken realistisch einzuschätzen und mögliche Einwände professionell vorzubringen.
Wie es nach einem Blitzer in der Probezeit weitergeht
Nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung erhalten Sie in der Regel Post von der Bußgeldstelle. Sie prüft den Halter und sendet Ihnen entweder einen Anhörungsbogen oder direkt einen Bußgeldbescheid.
Bußgeldbescheid: Die Bußgeldstelle ermittelt den Fahrzeughalter und sendet Ihnen einen Anhörungsbogen oder direkt einen Bußgeldbescheid.
Einstufung des Verstoßes:
Geringfügige Geschwindigkeitsüberschreitung (bis 20 km/h):
Bußgeld ohne Punkte
Keine Auswirkungen auf die Probezeit
Schwerwiegende Geschwindigkeitsüberschreitung (ab 21 km/h):
A-Verstoß
Bußgeld und mindestens ein Punkt in Flensburg
Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre
Teilnahme an einem Aufbauseminar
Wichtige Hinweise:
Wenn Sie nur leicht zu schnell unterwegs waren, bleibt es meist bei einem Bußgeld – Ihre Probezeit bleibt davon unberührt.
Ein gravierender Verstoß bringt dagegen weitreichende Konsequenzen mit sich – und kann über Ihre Fahrerlaubnis entscheiden.
Unterstützung bei Bußgeldbescheiden
Ein Bußgeldbescheid ist nicht immer korrekt. Unsere spezialisierte Kanzlei prüft, ob Messfehler vorliegen oder Formalien nicht eingehalten wurden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Rechte wahren, wann sich ein Einspruch wirklich lohnt und worauf Sie dabei achten sollten.
Kann man während der Probezeit Punkte bekommen?
Ja, auch während Ihrer Probezeit können Punkte im Fahreignungsregister entstehen:
Jeder Verkehrsverstoß ab 60 Euro kann Punkte nach sich ziehen.
Für Fahranfänger sind diese besonders kritisch:
Ein Punkt kann bereits einen A-Verstoß anzeigen.
Ab drei A-Verstößen droht Ihnen sogar die Entziehung des Führerscheins.
Zusammenfassung:
Punkte sind sowohl Teil der regulären Strafe als auch Auslöser für spezielle Maßnahmen während Ihrer Probezeit.
Seien Sie vorsichtig – bereits ein gravierender Fehler kann ernsthafte Folgen haben.
Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Probezeit
Wenn Sie in der Probezeit geblitzt werden, ist es wichtig zu wissen, dass nicht jede Geschwindigkeitsüberschreitung gleich behandelt wird. Die entscheidende Grenze liegt bei 20 km/h. Alles darüber wird als schwerwiegender Verstoß gewertet und hat ernsthafte Folgen für Ihren Führerschein.
Geringe Verstöße (bis maximal 20 km/h zu schnell)
Wenn Sie als Fahranfänger mit bis zu 20 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit geblitzt werden, können Sie zunächst aufatmen. Diese Überschreitung gilt als geringfügige Ordnungswidrigkeit und hat keine direkten Auswirkungen auf Ihre Probezeit.
Das bedeutet konkret für Sie:
Sanktion: Ein Verwarnungs- oder Bußgeld gemäß dem Bußgeldkatalog.
Punkte in Flensburg: Keine Punkte für diese Überschreitung.
Probezeitmaßnahmen: Keine Verlängerung der Probezeit oder Teilnahme an einem Aufbauseminar.
Auch wenn die Folgen zunächst harmlos wirken, lohnt sich Achtsamkeit – wiederholte Fehler summieren sich schnell. Sie sind ein Zeichen dafür, dass Ihre Aufmerksamkeit im Verkehr nachgelassen hat. Wiederholte Verstöße können sich summieren und Ihr Fahrverhalten gefährden.
Schwerwiegende Verstöße (ab 21 km/h zu schnell)
Die Situation wird deutlich ernster, sobald die Geschwindigkeitsüberschreitung 21 km/h oder mehr beträgt. Ab diesem Punkt handelt es sich um einen A-Verstoß mit empfindlichen Konsequenzen.
Beispiel: Wenn Sie in der Probezeit mit 30 km/h zu schnell geblitzt werden, erwarten Sie folgende Folgen:
Regelsanktionen:
Hohe Geldbuße (deutlich höher als bei geringfügigen Verstößen).
Mindestens ein Punkt im Fahreignungsregister.
Möglicherweise ein Fahrverbot von einem Monat oder mehr.
Probezeitmaßnahmen:
Verlängerung Ihrer Probezeit von zwei auf vier Jahre.
Teilnahme an einem Aufbauseminar (ASF), das mehrere Theorie-Sitzungen und eine Beobachtungsfahrt umfasst. Die Kosten müssen von Ihnen getragen werden.
Der erste A-Verstoß markiert oft eine Zäsur – ein Moment, der verdeutlicht, wie entscheidend verantwortungsvolles Fahren ist.
Bußgeldkatalog für Geschwindigkeitsüberschreitungen
Um die finanziellen Konsequenzen besser nachvollziehen zu können, werfen wir einen Blick auf den aktuellen Bußgeldkatalog für Geschwindigkeitsüberschreitungen während der Probezeit:
Innerorts
Überschreitung innerorts | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
bis 10 km/h | 30 € | 0 | Nein |
11–15 km/h | 50 € | 0 | Nein |
16–20 km/h | 70 € | 0 | Nein |
21–25 km/h | 115 € | 1 | Nein |
26–30 km/h | 180 € | 1 | 1 Monat* |
* Ein Fahrverbot droht hier normalerweise nur bei Wiederholungstätern innerhalb eines Jahres.
Außerorts
Außerhalb geschlossener Ortschaften sind die Strafen etwas milder, aber auch hier bleibt die kritische Grenze von über 20 km/h bestehen:
Überschreitung außerorts | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
bis 10 km/h | 20 € | 0 | Nein |
11–15 km/h | 40 € | 0 | Nein |
16–20 km/h | 60 € | 0 | Nein |
21–25 km/h | 100 € | 1 | Nein |
26–30 km/h | 150 € | 1 | 1 Monat* |
31–40 km/h | 200 € | 1 | 1 Monat* |
* Ein Fahrverbot droht hier normalerweise nur bei Wiederholungstätern innerhalb eines Jahres.
Geblitzt in der verlängerten Probezeit
Wenn Ihre Probezeit bereits verlängert wurde aufgrund eines vorherigen A-Verstoßes oder zweier B-Verstöße, stehen Ihnen noch strengere Maßnahmen bevor:
Falls Sie erneut mit einem A-Verstoß geblitzt werden:
Eine schriftliche Verwarnung erfolgt durch die Fahrerlaubnisbehörde.
Es wird empfohlen, an einer verkehrspsychologischen Beratung teilzunehmen – dies kann helfen, Ihr Verhalten nachhaltig zu ändern und den Entzug des Führerscheins abzuwenden.
Sollten Sie nach dieser Warnung einen weiteren A-Verstoß begehen:
Ihr Führerschein wird entzogen.
Eine neue Fahrerlaubnis kann erst nach einer Sperrfrist beantragt werden und erfordert oft ein positives medizinisch-psychologisches Gutachten (MPU).
Wenn Sie in dieser Phase erneut geblitzt werden, sollten Sie die Situation ernst nehmen. Ihr Führerschein und Ihre Fahrerlaubnis stehen jetzt auf dem Spiel.
Hilfe bei Unfällen und schwerwiegenden Verkehrsverstößen
Wenn zu einem Blitzer noch ein Unfall oder ein schwerwiegender Verstoß hinzukommt, brauchen Sie rechtliche Unterstützung. Wir begleiten Sie von der Schadenabwicklung bis zur Kommunikation mit der Versicherung. So behalten Sie den Überblick und sichern Ihre Rechte – Schritt für Schritt.
Fazit
Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, wie ernsthaft Verkehrsverstöße während der Probezeit behandelt werden können. Fahren Sie aufmerksam und regelkonform. So behalten Sie nicht nur Ihren Führerschein, sondern sorgen auch dafür, dass alle sicher ankommen. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung; zögern Sie nicht uns anzusprechen!







