Kündigungsatlas 2026

In diesen Gruppen und Regionen wird am häufigsten gekündigt

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Jedes Jahr verlieren tausende Menschen in Deutschland ihren Arbeitsplatz. Doch wer ist besonders betroffen? Wann wird am häufigsten gekündigt? Und wie viel Abfindung ist drin? Der Kündigungsatlas 2026 vom Verbraucherportal Allright liefert exklusive Einblicke in 3.207 reale Kündigungsfälle. Die Ergebnisse zeigen: verheiratete Männer über 40, der Freitag als neuer Kündigungstag und weiterhin große Unterschiede bei Gehalt und Abfindung zwischen Männern und Frauen.

Gender Pay Gap

Ungleichheit bei Kündigung und Abfindung

Die Lohnlücke bleibt ein zentrales Thema, auch in der Auswertung von Kündigungsdaten. Männer verdienen zum Zeitpunkt ihrer Kündigung durchschnittlich 4.442,80 Euro brutto (▼−103 €, zum Vorjahr) während Frauen lediglich auf 3.226,87 Euro kommen (▼−3 €, zum Vorjahr). Das ist ein Unterschied von mehr als 1.200 Euro im Monat, rund 27,4 Prozent. Die Auswertung zeigt deutlich: Der Gender Pay Gap ist nicht nur bei Einstiegsgehältern, sondern auch im Moment des Jobverlusts nicht zu übersehen – für Frauen bedeutet das häufig eine geringere Abfindung und einen Anspruch auf Arbeitslosengeld in geringerer Höhe.

Das durchschnittliche Bruttogehalt aller Fälle liegt bei 3.919,20 Euro und damit leicht über dem Vorjahresniveau.

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Karriere-Ende

Kündigungen treffen Arbeitnehmer im Schnitt mit 41 Jahren

Im Schnitt sind die gekündigten Arbeitnehmer 41,4 Jahre alt und rund fünf Jahre im Unternehmen beschäftigt – ein Alter und eine Betriebszugehörigkeit, die eigentlich für Erfahrung und Stabilität stehen sollten. Die größte Altersgruppe bilden die 31- bis 40-Jährigen mit 34,3 Prozent, gefolgt von den 41- bis 50-Jährigen mit 25,8 Prozent. Doch auch für Beschäftigte ab 60 Jahren ist der Arbeitsplatz nicht automatisch sicher: 6,4 Prozent der Kündigungen betrafen diese Altersgruppe.

In 5,2 Prozent aller Fälle erfolgte die Kündigung schon innerhalb der ersten sechs Monate, am häufigsten trifft es Beschäftigte nach zwei bis fünf Jahren im Betrieb (34,4 Prozent). Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 4,9 Jahren.

Infographic showing percentages of terminated employees: 57.4% men, 42.6% women, 43.08% single. Average age 41.4, average salary €3,919.20.

Männer VS Frauen

Wem wird öfter gekündigt?

Die Allright-Auswertung macht auch deutlich, welches Geschlecht häufiger von einer Kündigung betroffen war. So zeigen die Daten, dass 57,4 Prozent der Gekündigten Männer sind ▼−3,6 Pp. und 42,6 Prozent Frauen ▲+11,6 Pp. Betrachtet man den Familienstand, sind 46,7 Prozent der Betroffenen verheiratet ▲+1,3 Pp., 43,1 Prozent ledig ▼−3,6 Pp. und 8,9 Prozent geschieden ▲+1,4 Pp..

Besonders häufig vertreten: verheiratete Männer – sie bilden in der Kreuzbetrachtung von Geschlecht und Familienstand die größte Gruppe.

Bei betriebsbedingten Kündigungen sind soziale Kriterien wie Dauer der Betriebszugehörigkeit, Unterhaltspflichten und das Alter zwingend zu berücksichtigen, wenn eine Auswahlentscheidung zwischen vergleichbaren Arbeitnehmern getroffen wurde.

„Ist das nicht geschehen, haben Arbeitnehmer gute Chancen, sich erfolgreich gegen die Kündigung zu wehren oder eine Abfindung zu verhandeln.“

Allright-Arbeitsrechtsexpertin Rabia Zayani empfiehlt, im Kündigungsfall rasch zu handeln und rechtliche Schritte durch einen Fachanwalt prüfen zu lassen, um keine Fristen zu versäumen.

*Pp. = Prozentpunkte Unterschied zum Vorjahr


Infographic showing marital status of dismissed employees: 43.08% single, 46.71% married, 8.87% divorced, with icons.

Abfindungshöhe

Wie hoch sind die Abfindungen?

Wer von einer Kündigung betroffen ist, hat grundsätzlich keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung. Dennoch erhalten viele Arbeitnehmer laut dem Allright Kündigungsatlas 2026 eine Ausgleichszahlung für den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Arbeitgeber sind oft bereit, das Arbeitsverhältnis durch eine Zahlung zu beenden, um kostspielige und risikobehaftete Kündigungsschutzprozesse zu vermeiden. Die verhandelten Summen unterscheiden sich erheblich: Sie reichen von 12,50 Euro bis hin zu 157.000 Euro brutto.

Ø Abfindung gesamt

7.392,92 € ▲+45,5 %

2025: 5.082,57 €

Spanne

12,50 € - 157.000 €

2025: 50 € – sechsstellig

Ø Abfindung Männer

8.349,82 € ▲+42,8 %

2025: 5.847,44 €

Ø Abfindung Frauen

5.836,04 € ▲+35,2 %

2025: 4.317,69 €

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Kündigungskalender

Wann wird am häufigsten gekündigt?

Anders als im Vorjahr, als noch der Montag vorne lag, erhielten die meisten Arbeitnehmer (19,6 %) ihre Kündigung 2026 an einem Freitag ▲+3,8 Pp.. Es folgen Donnerstag mit 19,2 Prozent ▲+0,8 Pp., Mittwoch mit 18,7 Prozent ▼−1,9 Pp., Dienstag mit 17,5 Prozent ▼−2,3 Pp. und Montag mit 17,2 Prozent ▼−6,0 Pp..

Kündigungen werden auch am Wochenende ausgesprochen, wenn auch wenig: 6,8 Prozent an einem Samstag ▲+5,4 Pp. und 1,0 Prozent an einem Sonntag ▲+0,2 Pp.. Ein Blick auf den Zeitpunkt innerhalb des Monats zeigt zudem ein klares Muster: Über die Hälfte aller Kündigungen (53,9 %) wird zum Monatsende ausgesprochen ▲+2,3 Pp.. Weitere 26,7 Prozent erfolgen in der Monatsmitte, während 19,4 Prozent auf den Monatsanfang entfallen. Dieses Verhalten lässt sich auf gesetzliche und vertragliche Kündigungsfristen zurückführen, die häufig eine Beendigung zum Monatsende vorsehen.

„Wer eine Kündigung erhält, sollte die Drei-Wochen-Frist für eine Kündigungsschutzklage unbedingt im Blick behalten. Wird diese Frist versäumt, gilt die Kündigung in der Regel als wirksam – selbst dann, wenn sie eigentlich angreifbar gewesen wäre. Deshalb ist es besonders wichtig, den Briefkasten regelmäßig zu kontrollieren oder bei längerer Abwesenheit eine vertrauenswürdige Person damit zu beauftragen, den Posteingang zu prüfen.“

*Pp. = Prozentpunkte Unterschied zum Vorjahr

"Cancellation calendar shows percentages for each day: Mon 17.24%, Tue 17.50%, Wed 18.70%, Thu 19.15%, Fri 19.64%, Sat 6.80%, Sun 0.97%."

Plötzlicher Rauswurf

Fristlose Kündigungen: 1 von 6 Fällen betroffen

Arbeitsrechtlich wird zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen (fristlosen) Kündigung unterschieden. Laut der Allright-Auswertung erhielten 15,6 Prozent ▼−0,6 Pp. der Arbeitnehmer eine außerordentlich fristlose Kündigung , 82,7 Prozent wurden ordentlich gekündigt.

„Um rechtlich zulässig zu sein, muss eine außerordentliche Kündigung auf einem wichtigen Grund beruhen, der dem Arbeitgeber die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar macht. Betroffene sollten daher unbedingt prüfen lassen, ob die Kündigung gerechtfertigt ist.“

Auffällig: In 64,7 Prozent der Schreiben wurde gar kein Grund genannt. Wurde einer angegeben, war er am häufigsten betriebsbedingt (22,2 Prozent), gefolgt von verhaltensbedingt (6,7 Prozent) und personenbedingt (2,3 Prozent).

*Pp. = Prozentpunkte Unterschied zum Vorjahr

Analyse

Kündigungsatlas 2026: Regionale Unterschiede

Der Allright Kündigungsatlas liefert nicht nur Einblicke, wer wann gekündigt wird, sondern auch wo. Besonders folgende Bundesländer waren von den meisten Kündigungen betroffen:

  • Nordrhein-Westfalen 18,9 %▲+1,7 Pp.

  • Bayern 16,4 %▼−0,7 Pp.

  • Baden-Württemberg 14,4 %▲+0,3 Pp.

  • Hessen 8,8 % ▲+1,7 Pp.

  • Berlin 7,8 % ▼−1,8 Pp.

Diese Bundesländer sind nicht nur bevölkerungsreich, sondern beherbergen auch viele Industrie- und Dienstleistungsunternehmen – Branchen, die häufig von Umstrukturierungen betroffen sind.

Am seltensten wurde dagegen in kleineren und strukturschwächeren Bundesländern gekündigt: Bremen 0,6 Prozent, Saarland 0,8 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern 1,3 Prozent. Dennoch zeigt sich: Kündigungen sind ein bundesweites Phänomen – unabhängig von Region oder Branchenfokus.

*Pp. = Prozentpunkte Unterschied zum Vorjahr

Map of Germany with percentages of dismissals by state, highest in Nordrhein-Westfalen (18.90%), lowest in Bremen (0.56%).

Disclaimer

Alle Angaben zum Kündigungsatlas 2026 basieren auf den Allright zur Verfügung stehenden internen Daten. Insgesamt wurden 3.207 Kündigungsdaten analysiert. Vergleichswerte beziehen sich auf den Kündigungsatlas 2025 (2.500 Fälle). Die Daten sind zuverlässig, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Repräsentativität. Pp. = Prozentpunkte.