Kündigungsatlas 2025
In diesen Gruppen und Regionen wird am häufigsten gekündigt

Jedes Jahr verlieren tausende Menschen in Deutschland ihren Arbeitsplatz. Doch wer ist besonders betroffen? Wann wird am häufigsten gekündigt? Und wie viel Abfindung ist drin? Der Kündigungsatlas 2025 vom Verbraucherportal Allright liefert exklusive Einblicke in 2.500 reale Kündigungsfälle. Die Ergebnisse zeigen: Ledige Männer über 40, Montage als Kündigungstag und große Unterschiede bei Gehalt und Abfindung zwischen Männern und Frauen. Auch regionale Unterschiede und Altersgruppen überraschen.
Gender Pay Gap
Ungleichheit bei Kündigung und Abfindung
Die Lohnlücke bleibt ein zentrales Thema, auch in der Auswertung von Kündigungsdaten. Männer verdienen zum Zeitpunkt ihrer Kündigung durchschnittlich 4.545,73 Euro brutto, während Frauen lediglich auf 3.230,22 Euro kommen – ein Unterschied von mehr als 1.300 Euro im Monat. Die Auswertung zeigt deutlich: Der Gender Pay Gap ist nicht nur bei Einstiegsgehältern, sondern auch im Zeitpunkt des Verlusts des Arbeitsplatzes nicht zu übersehen – für Frauen bedeutet das häufig geringere Abfindungszahlung und Anspruch auf Arbeitslosengeld in geringerer Höhe.
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Karriere-Ende
Kündigungen am Anfang und Ende der Karriere
Im Schnitt sind die gekündigten Arbeitnehmer 41 Jahre alt und rund viereinhalb Jahre im Unternehmen beschäftigt – ein Alter und eine Betriebszugehörigkeit, die eigentlich für Erfahrung und Stabilität stehen sollten. Kündigungen konzentrieren sich aber nicht nur auf die Mitte des Berufslebens, auch Berufseinsteiger und ältere Arbeitnehmer sind betroffen. Jeweils in rund 6,2 Prozent der Fälle. In 6,2 Prozent der Fälle erfolgte die Kündigung innerhalb der ersten sechs Monate im Unternehmen. Doch auch für Beschäftigte ab 60 Jahren ist der Arbeitsplatz nicht automatisch sicher: Ebenfalls 6,2 Prozent der Kündigungen betrafen diese Altersgruppe. Die Zahlen legen nahe, dass sich Kündigungen am Anfang und Ende des Erwerbslebens häufen.

Männer VS Frauen
Wem wird öfter gekündigt?
Die Allright-Auswertung macht auch deutlich, welches Geschlecht häufiger von einer Kündigung betroffen war. So zeigen die Daten, dass 61 Prozent der gekündigten Männer sind, 31 Prozent sind Frauen. Betrachtet man den Familienstand, sind 46,7 Prozent der Betroffenen ledig, 45,4 Prozent verheiratet und 7,5 Prozent geschieden. Verwitwete spielen mit nur 0,4 Prozent eine eher geringe Rolle.
Bei betriebsbedingten Kündigungen sind soziale Kriterien wie Dauer der Betriebszugehörigkeit, Unterhaltspflichten und das Alter zwingend zu berücksichtigen, wenn eine Auswahlentscheidung zwischen vergleichbaren Arbeitnehmern getroffen wurde. „Ist das nicht geschehen, haben Arbeitnehmer gute Chancen, die Kündigung erfolgreich anzufechten.“ Allright Arbeitsrechtsexperte Paul Krusenotto empfiehlt, im Kündigungsfall rasch zu handeln und rechtliche Schritte durch einen Fachanwalt zu prüfen, um keine Fristen zu versäumen.

Abfindungshöhe
Wie hoch sind die Abfindungen?
Wer von einer Kündigung betroffen ist, erhält grundsätzlich keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung. Dennoch erhalten viele Arbeitnehmer laut dem Allright Kündigungsatlas 2025 eine Ausgleichszahlung für den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Dies liegt daran, dass Arbeitgeber oft bereit sind, das Arbeitsverhältnis durch eine Zahlung zu beenden, um kostspielige und risikobehaftete Kündigungsschutzprozesse zu vermeiden oder zeitnah zu beenden. Die verhandelten Abfindungssummen in der zugrundeliegenden Datenauswertung unterscheiden sich zum Teil erheblich. Sie reichen von 50,00 Euro bis hin zu sechsstelligen Summen. Im Durchschnitt erhielten die Entlassenen eine Abfindung von 5.082,57 Euro. Männer erhielten dabei durchschnittlich 5.847,44 Euro, Frauen 4.317,69 Euro.
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Kündigungskalender
Wann wird am häufigsten gekündigt?
Die meisten Arbeitnehmer (23,2 %) erhielten ihre Kündigung an einem Montag, dicht gefolgt vom Mittwoch mit 20,6 Prozent. Am Dienstag wurden 19,8 Prozent, am Donnerstag 18,4 und am Freitag 15,8 Prozent der Kündigungen ausgesprochen. Und Kündigungen werden auch am Wochenende ausgesprochen, wenn auch wenig: 1,4 Prozent erhielten ihre Kündigung an einem Samstag und 0,8 Prozent an einem Sonntag.
Ein Blick auf den Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigungen innerhalb eines Monats zeigt zudem ein klares Muster: Über die Hälfte aller Kündigungen (51,6 %) wird zum Monatsende ausgesprochen. Weitere 29,5 Prozent erfolgen in der Monatsmitte, während nur 18,9 Prozent der Kündigungen in den ersten zehn Tagen eines Monats ausgesprochen werden. Dieses Verhalten lässt sich auf gesetzliche und vertragliche Kündigungsfristen zurückführen, die häufig eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum Monatsende vorsehen.
Krusenotto weist im Übrigen darauf hin:
„Wenn die dreiwöchige Frist für eine Klage gegen die Kündigung an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag endet, wird der rechtlich bindende Fristablauf auf den nächsten Werktag verschoben.“

Plötzlicher Rauswurf
Fristlose Kündigungen: 1 von 6 Fällen betroffen
Im Falle einer Kündigung wird arbeitsrechtlich zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen (fristlosen) Kündigung unterschieden. Laut der Allright-Auswertung erhielten knapp 16,2 Prozent der Arbeitnehmer eine außerordentlich fristlose Kündigung. „Um rechtlich zulässig zu sein, muss eine außerordentliche Kündigung auf einem schweren Vergehen, wie zum Beispiel Diebstahl oder Beleidigung gegenüber dem Arbeitgeber, beruhen. In solchen Situationen sollten Arbeitnehmer daher unbedingt prüfen lassen, ob die Kündigung gerechtfertigt ist, da für eine außerordentlich fristlose Kündigung strenge Voraussetzungen erfüllt sein müssen“, fügt Krusenotto hinzu.
Analyse
Kündigungsatlas 2025: Regionale Unterschiede
Der Allright Kündigungsatlas liefert nicht nur Einblicke, wer wann gekündigt, wird, sondern auch wo. Hierbei zeichnen sich klare, regionalen Unterschiede bei Kündigungen. Besonders folgende Bundesländer waren laut dem Kündigungsatlas von den meisten Kündigungen betroffen:
– Nordrhein-Westfalen: 17,2 %
– Bayern: 17,1 %
– Baden-Württemberg: 14,1 %
Diese Bundesländer sind nicht nur bevölkerungsreich, sondern beherbergen auch viele Industrie- und Dienstleistungsunternehmen – Branchen, die häufig von Umstrukturierungen betroffen sind.
Am seltensten wurde dagegen in kleineren und strukturschwächeren Bundesländern gekündigt. So wurden in Mecklenburg-Vorpommern lediglich 1,9 % der Kündigungen und in Bremen und im Saarland nur jeweils 0,8 % aller Kündigungen verzeichnet. Das könnte mit geringerer Unternehmensdichte und insgesamt niedrigeren Beschäftigungszahlen zusammenhängen. Dennoch zeigt sich auch hier: Kündigungen sind ein bundesweites Phänomen – unabhängig von Region oder Branchenfokus.

Disclaimer
Alle Angaben zum Kündigungsatlas basieren auf den uns zur Verfügung stehenden Daten. Insgesamt wurden 2.500 interne Daten analysiert. Die Daten sind zuverlässig, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.