Blitzermarathon 2026: Wo die Blitzerdichte in Deutschland am höchsten ist

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Während der aktuellen Speedweek im April 2026 müssen Autofahrende nahezu bundesweit verstärkt mit Geschwindigkeitskontrollen rechnen. Außerhalb solcher Aktionszeiträume unterscheidet sich das Risiko, geblitzt zu werden, jedoch deutlich von Stadt zu Stadt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse von Allright, dem führenden Portal zur Durchsetzung von Verbraucherrechten. Für die Auswertung wurden die zuständigen Behörden in den 50 größten deutschen Städten befragt, wie viele feste Anlagen zur Rotlicht- und Geschwindigkeitskontrolle  dort installiert sind. Außerdem wurden Daten zu mobilen und teilstationären Blitzern über eine Blitzer-App erhoben. Um die Werte vergleichbar zu machen, wurden alle Zahlen ins Verhältnis zur jeweiligen Straßenfläche gesetzt.

Blitzerdichte

Das sind die Städte mit der höchsten und die niedrigsten Blitzerdichte

Im Durchschnitt sind in Deutschlands größten Städten gleichzeitig 20,86 Blitzer im Einsatz, davon 15,3 fest installierte sowie 5,56 mobile oder teilstationäre Anlagen. Umgerechnet entspricht das 11,45 Blitzern pro 1.000 Hektar Straßenfläche. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 10,17 und somit 12,6 Prozent geringer. Zwar waren im Vorjahr zehn Städte weniger Teil der Allright-Analyse. Der Anstieg ist jedoch nicht allein darauf zurückzuführen: Auch in den damals betrachteten 40 Städten ist die Blitzerdichte innerhalb eines Jahres um 9,9 Prozent gestiegen.

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An der Spitze des aktuellen Blitzer-Rankings von Allright steht erneut Freiburg. Mit einer Blitzerdichte von 38,76 pro 1000 Hektar bleibt die Stadt im Breisgau unangefochten Deutschlands Blitzer-Hauptstadt”. Deutlich dahinter folgen Hagen (31,17), Karlsruhe (27,15), Darmstadt (24,51) und Wuppertal (22,52) auf den Plätzen zwei bis fünf. Nur selten müssen Autofahrende hingegen in Duisburg (4,69), Krefeld (4,58) und Bremen (4,54) sowie in Braunschweig (3,95) und Magdeburg (1,55) mit Kontrollen rechnen, wo deutschlandweit die wenigsten Blitzer pro vorhandener Straßenfläche aufgestellt werden.

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Blitzer-Ranking

Mobile Blitzer überraschen Verkehrsteilnehmer vor allem in Leverkusen

Im Hinblick auf die Anzahl der täglich aktiven mobilen Blitzer ergibt sich hingegen ein anderes Bild: Mit durchschnittlich 6,8 mobilen und teilstationären Kontrollanlagen liegt Leverkusen an der Spitze. Auch in Bonn (5,63), Karlsruhe (4,76), Ludwigshafen (4,74) und Oberhausen (4,28) werden Autofahrende vergleichsweise häufig von mobilen Blitzern überrascht. Im Schnitt liegt die Anzahl an teilstationären und mobilen Blitzern bei 3,05. Zum Vergleich: 2025 lag der Wert bei niedrigeren 2,52 Anlagen pro 1000 Hektar.

Nur selten wird der Verkehr hingegen in Braunschweig mithilfe von mobilen Messgeräten überwacht, wo auf 1000 Hektar nur 1,89 mobile Radarkontrollen fallen. Noch weniger mobile und teilstationäre Blitzer gibt es in Hannover (1,88), Oldenburg (1,66), Magdeburg (1,55) und Darmstadt (0,84). Auch die Blitzer-Hauptstadt” Freiburg landet mit Blick auf mobile Kontrollen unter dem Durchschnitt (2,31).

Pole-mounted speed camera against a blue sky with scattered clouds and some tree branches partially visible at the bottom.

Doppelt so viele Blitzer in Halle (Saale)

Schaut man auf die Entwicklung der Zahlen im letzten Jahr, hat sich die Anzahl an mobilen und festen Blitzern in Halle (Saale) um 94,4 Prozent erhöht. Auch in Braunschweig (+56,9 Prozent) und in Lübeck (+52,6 Prozent) ist der Anstieg an Radarkontrollen hoch. Rückläufig ist die Anzahl an mobilen und festen Blitzern in insgesamt sieben Städten, darunter Mannheim mit minus 17,7 Prozent, Magdeburg mit minus 21,7 Prozent und Bremen mit minus 34,5 Prozent. Die Polizei Bremen begründet diesen starken Rückgang auf Rückfrage damit, dass einige ältere Blitzer-Anlagen außer Betrieb genommen wurden. Dies sei jedoch Teil einer strategischen Modernisierung, nicht etwa ein Rückbau der Verkehrsüberwachung.

Analyse

Rechtsanwalt: „Mobile Blitzer lösen besonders oft aus, sind aber häufig anfechtbar

„Dass Freiburg im Ranking vorne liegt, hängt vor allem mit der hohen Zahl fest installierter Blitzer zusammen. Ihre Wirkung ist im Alltag jedoch begrenzt, denn viele Autofahrende kennen die Standorte bereits und bremsen dort gezielt ab. Mobile oder teilstationäre Blitzer sind für Autofahrende hingegen oft schwerer vorhersehbar. Diese kommen auch bei der derzeitigen Speedweek verstärkt zum Einsatz.“ erklärt Allright-Rechtsanwalt Steffen Klug, Experte für Verkehrsrecht. Er ergänzt:

„Gerade bei mobilen Blitzern zeigt sich jedoch, dass sie vergleichsweise häufig fehlerhaft messen und entsprechende Bußgeldbescheide deshalb erfahrungsgemäß in fast jedem zweiten Fall anfechtbar sind. Wer Strafzahlungen oder Punkte in Flensburg vermeiden möchte, sollte daher nicht nur darauf achten, die geltenden Verkehrsregeln einzuhalten, sondern im Zweifel auch den jeweiligen Bußgeldbescheid juristisch prüfen lassen. Das wird zunehmend wichtiger, denn unsere Analyse zeigt auch: Die Blitzerdichte nimmt fast überall in Deutschland zu.”

Datenerhebung

Über die Untersuchung

Um ein genaues Bild davon zu erhalten, in welchen deutschen Städten die meisten Rotlicht- und Geschwindigkeitskontrollen stattfinden, hat das Verbraucherportal Allright eine zweigleisige Datenerhebung durchgeführt. Zum einen wurden die zuständigen Behörden der 50 größten Städte Deutschlands befragt, wie viele stationäre Blitzer in ihrem Zuständigkeitsbereich installiert sind. Zum anderen wurde im Zeitraum vom 11. Februar bis zum 26. März 2026 wochentags mithilfe einer Blitzer-App analysiert, wie viele mobile und teilstationäre Messgeräte durchschnittlich gleichzeitig im Einsatz waren.

Für die Städte Hamm, Darmstadt, Lübeck, Krefeld, Mülheim an der Ruhr und Chemnitz, die nicht auf die Anfrage von Allright reagiert haben, wurden die Angaben zu stationären Blitzern vollständig aus der App-Datenbank der verwendeten Blitzer-App übernommen. Nicht berücksichtigt wurde in der Auswertung, ob eine Anlage in mehrere Fahrtrichtungen blitzen kann, da hierzu keine einheitlichen Angaben der zuständigen Behörden vorlagen. Stationäre Anlagen zur Geschwindigkeits- und Rotlichtkontrolle, die derzeit außer Betrieb sind, wurden in die Analyse einbezogen, sofern entsprechende Angaben vorlagen, da sie grundsätzlich jederzeit reaktiviert werden könnten.

Car side mirror showing motion blur of colorful streaks of light, creating a dynamic and fast-paced night driving scene.

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