Verbraucherportal Allright analysiert die Parkpreise an 19 deutschen Flughäfen
Eine Woche Parken kostet zwischen 39 und 350 Euro
In Stuttgart kann eine halbe Stunde Parken teurer sein als eine ganze Woche an drei Airports
Wer sein Auto während einer Reise am Flughafen parkt, muss je nach Standort mit sehr unterschiedlichen Kosten rechnen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Verbraucherportals Allright, das die offiziellen Parkpreise in Terminalnähe an 19 großen deutschen Airports verglichen hat. Dabei wurden die günstigsten und teuersten Tarife für eine Woche Parken sowie die Kosten für eine Stunde Halten in den jeweiligen Terminalvorfahrten bzw. vergleichbaren Haltezonen analysiert.
Von 39 bis 140 Euro: Die günstigsten Wochenpreise im Vergleich
Im Schnitt zahlen Reisende demnach mindestens 75,44 Euro, wenn sie ihr Auto eine Woche lang maximal 750 Meter vom nächsten Terminal abstellen möchten. Am preiswertesten ist das Parken an den Airports Dresden, Köln/Bonn und Münster/Osnabrück, wo das Auto jeweils bereits ab 39 Euro pro Woche stehen kann. Auch an den Flughäfen Paderborn/Lippstadt (45,50 Euro) und Bremen (47,30 Euro) bleiben die Kosten bei rechtzeitiger Online-Reservierung im besten Fall unter 50 Euro. Ganz anders sieht es an den Airports Dortmund, Berlin/Brandenburg (je 109 Euro), Frankfurt (113,50 Euro) und München (139,99 Euro) aus. Dort schlagen selbst die günstigsten Stellplätze für eine Woche mit dreistelligen Beträgen zu Buche.
Diese Maximalpreise müssen für das einwöchige Parken gezahlt werden
Noch teurer kann es werden, wenn das eigene Auto ohne vorherige Reservierung am Airport abgestellt wird. In Stuttgart werden dafür bis zu 350 Euro fällig: Höchstwert der Analyse. Auch am Flughafen Düsseldorf kann es mit 336 Euro ähnlich teuer werden, wobei die Düsseldorfer Stellplätze nicht nur terminalnah, sondern direkt unter dem Terminal liegen: Reisende fahren dort mit dem Aufzug direkt in die Abflughalle.
Im Vergleich dazu wirken die teuersten Parkplätze an einigen kleineren Airports fast wie ein Schnäppchen: Am Flughafen Paderborn/Lippstadt kostet das einwöchige Parken maximal 112 Euro, in Dresden 105 Euro und in Karlsruhe/Baden-Baden lediglich 85 Euro. An dem baden-württembergischen Flughafen ist die Preisspanne besonders gering: Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Stellplatz liegen gerade einmal 17 Euro. Ein Flug vom Flughafen in Rheinmünster statt von Stuttgart ist also, zumindest was das Parken angeht, eine günstige Alternative für Reisende aus der Region.
Hohe Gebühren beim Bringen und Abholen
Doch nicht nur Langzeitparker, sondern auch Abholer und Bringer müssen unter Umständen tief in die Tasche greifen. In Stuttgart kostet die maximale Haltedauer von 30 Minuten in der Terminalvorfahrt 40 Euro und somit mehr als der günstigste Wochenpreis an den Airports Dresden, Köln/Bonn und Münster/Osnabrück. Wer darüber hinaus stehen bleibt, riskiert sogar eine Vervielfachung der Kosten: Dann wird das Auto nämlich für 240 Euro abgeschleppt. Immerhin sind die ersten acht Minuten kostenlos.
Auch wer eine Stunde in der Terminalvorfahrt an den Flughäfen Köln/Bonn oder Hamburg verbringt, muss vergleichsweise viel zahlen. Hier werden 35 bzw. 30 Euro fällig, bei jeweils zehn Freiminuten. Deutlich günstiger ist es in Paderborn, wo sogar eine Stunde kostenlos geparkt werden darf. In Weeze und Hannover kostet das einstündige Parken vor der Einfahrt jeweils lediglich 4 Euro.
“Wer plötzlich 40 Euro für eine halbe Stunde zahlen soll, empfindet das als Kostenfalle”
“Wir von Allright setzen uns seit vielen Jahren dafür ein, dass Verbraucherinnen und Verbraucher Entschädigungen für Flugverspätungen oder -ausfälle erhalten. Immer wieder hören wir von Betroffenen, dass sich die Verspätung ihres Flugs auch bei den Parkkosten negativ bemerkbar gemacht hat, etwa weil das Abholerfahrzeug in der Terminalvorfahrt länger als erlaubt stehen musste und dadurch horrende Gebühren anfielen. Wer jemanden vom Flughafen abholt, sollte daher unbedingt vorab prüfen, ob der Flug pünktlich ist, die Terminalvorfahrt wirklich nur kurz nutzen und ansonsten auf ein nahegelegenes Parkhaus ausweichen”, erklärt Rechtsanwalt und Verkehrsrechtsexperte Steffen Klug von Allright. Er ergänzt:
“Die hohen Preise in den Vorfahrten sind letztlich bewusst als Abschreckung gedacht, um Dauerparken zu verhindern, damit das Bringen und Abholen reibungslos funktioniert. Aber Hand aufs Herz: Wer plötzlich 40 Euro für eine halbe Stunde zahlen soll, empfindet das weniger als Verkehrslenkung und mehr als Kostenfalle.
Zudem kann es auch an herkömmlichen Flughafen-Parkplätzen unter Umständen teuer werden. Wer sein Auto länger am Flughafen parken möchte, sollte sich daher möglichst frühzeitig einen Stellplatz buchen. Wochen im Voraus sind terminalnahe Parkplätze nämlich oft noch deutlich günstiger. Das Sparpotenzial ist enorm: Unsere Analyse zeigt Preisunterschiede von bis zu 269 Euro zwischen dem teuersten und dem günstigsten Parkplatz am selben Airport. In vielen Fällen lohnt es sich zudem, auf entferntere Parkflächen oder externe Anbieter in Flughafennähe auszuweichen. Und wo es möglich ist, bleibt natürlich auch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine sinnvolle Alternative.”
Über die Untersuchung
Für den Vergleich hat Allright die Preise offizieller Flughafenparkplätze an 19 großen deutschen Airports auf Basis von Online-Tarifen und Schrankenpreisen vor Ort erhoben und die Untersuchungsergebnisse anschließend mit den verantwortlichen Airports abgestimmt. Berücksichtigt wurden ausschließlich Parkplätze in maximal 750 Metern Entfernung zum nächstgelegenen Terminal. Analysiert wurden sowohl relativ kurzfristige als auch langfristige Buchungszeiträume (17.11. bis 24.11.2025 und 06.07. bis 13.07.2026, Stand: 18. September 2025).
Wurden für die Terminalvorfahrt bzw. vergleichbare Haltezonen mehrere Preise angegeben, wurde stets der höchste Preis berücksichtigt. Für die Berechnung der teuersten Parkplatzpreise pro Woche wurden lediglich Parkplätze mit Tages- oder Wochentarifen ohne Valet-Parking und keine Parkplätze an der Terminalvorfahrt berücksichtigt. Nicht-offizielle Flughafenparkplätze von umliegenden Anbietern waren nicht Teil der Analyse.

